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Projektbeschreibung

develoPPP.de - Laos: Recruitment- und Training Programm zur bedarfsorientierten Ausbildung von
Industrieelektrikern sowie Maschinen- und Anlagenführern am Lao-German Technical College in Laos
 

Projektnummer:

645 -195

Projektlaufzeit:

Juli 2016 - August 2018

Geber:

Bundesministrium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ausgangssituation: Laos mangelt es stark an Fachkräften im industriellen Bereich. Diese müssen in vielen Fällen im Ausland angeworben werden, da bestehende Ausbildungsstrukturen nicht oder nur mangelhaft den Bedarf des Arbeitsmarkts decken können. Bestehende berufliche Bildungseinrichtungen für Technical and Vocational Education and Training (TVET) bieten berufliche Qualifizierungen an, vergleichbar mit deutschen Berufsschulen. Die Anzahl der Absolventen ist aber zu gering, um den Bedarf der laotischen Wirtschaft zu decken. Es ist notwendig, die Ausbildung mehr an dem Bedarf des Marktes auszurichten und generell die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Besonders gute Ergebnisse sind zu erwarten, wenn Unternehmen mit an der Ausbildung beteiligt werden. Marktnähe und Qualität sind hier stärker gegeben, weshalb diese Kooperationen in Zukunft weiter verstärkt werden sollten. Das Lao-German Technical College (LGTC) gilt in der beruflichen Ausbildung in Laos als vorbildlicher Partner, auch durch die enge Orientierung am dualen Ausbildungssystem in Deutschland. Gegenwärtig werden sechs verschiedene Ausbildungsgänge, auch in Kooperation mit Unternehmen wie Toyota, RMA, Phu Bia Mining oder Kubota, angeboten.

Zielsetzung und geplante Maßnahme: Die Entwicklungspartnerschaft soll dazu beitragen, zwei praxisorientierte Ausbildungsgänge zum Industrieelektriker sowie Maschinen- und Anlagenführer an der laotischen Berufsschule LGTC in Vientiane zu etablieren. Die Absolventen der beiden Ausbildungsgänge bilden einen Fachkräftepool für die BHS Corrugated und weitere lokale Unternehmen. Hierzu werden ca. 50 laotische Jugendliche (bis zu 25 in jedem Ausbildungsgang) im Rahmen von dreijährigen Ausbildungen mit hohem Praxisanteil zum Industrieelektriker und Maschinen- und Anlagenführer ausgebildet. Ergänzend werden die notwendigen, lokal angepassten Curricula erstellt und geeignetes Ausbildungspersonal in Betrieben und dem LGTC weitergebildet. Die Abschlussprüfung nach drei Jahren soll am deutschen Vorbild angelehnt sein. Neben dem Zertifikat durch das Lao-German Technical College ist geplant, die Ausbildung auch von der deutschen Außenhandelskammer in Thailand zertifizieren zu lassen. In einem überbetrieblichen Ausbildungsmodell sollen durch Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Firmen in Laos alle Auszubildenden in sichere Anstellungsverhältnisse überführt werden.

Interesse des privaten Partners: Im asiatischen Raum leidet die BHS Corrugated unter einem stetig zunehmenden Fachkräftemangel. Anknüpfend an das Projekt soll ein Recruitment- und Training-Programm aufgebaut werden, in dem fachlich qualifiziertes Personal für die Arbeit in der Asia-Pacific Region ausgebildet wird. Zwischen zehn und 15 der besten Absolventen des ersten Ausbildungsjahrgangs in Laos sollen nach der dreijährigen Ausbildung von BHS übernommen werden, um sie anschließend noch mehrere Jahre in den bestehenden Montageteams in Asien anzulernen. Langfristig sollen so Installationsteams aufgebaut werden, die nach mehreren Jahren Ausbildung und Berufserfahrung selbstständig Installationen und Wartungen von BHS-Anlagen durchführen können. Gleichzeitig soll auf lange Sicht auch das in Deutschland erfolgreiche überbetriebliche Ausbildungsmodell in Laos eingeführt werden. Neben geeignetem Fachpersonal erlangt die BHS Corrugated durch das Projekt auch noch einen höheren Bekanntheitsgrad seiner Anlagen und Produkte.

Entwicklungspolitischer Nutzen: Direkte Zielgruppe des Projektes sind hauptsächlich die Auszubildenden in den beiden Ausbildungsgängen. Diese erhalten eine moderne und praxisorientierte Ausbildung in zwei gefragten Berufen, welche ihnen sehr gute weitere Arbeitsperspektiven in Laos und anderen südostasiatischen Ländern und damit Möglichkeiten zur Einkommenserzielung schafft. Hierdurch profitieren natürlich auch die an der Ausbildung beteiligten Unternehmen, welche auf gut ausgebildete lokale Fachkräfte zurückgreifen können und hierdurch weniger teure ausländische Experten anstellen müssen. Eine weitere direkte Zielgruppe sind die Lehrer und Ausbilder des LGTC, welche Fortbildungen in Englisch und fachlichen Qualifikationen erhalten. Durch die Einführung von zwei Ausbildungsgängen nach deutschem Vorbild wird ein direkter Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Praxisorientierung der beruflichen Bildung in Laos geleistet. Indirekt trägt das Projekt zum Transfer von modernen Arbeitsmethoden und Know-how in laotischen Industriebetrieben bei, welche die gut ausgebildeten Fachkräfte vermitteln helfen. Somit wird ein Beitrag zur Entwicklung des laotischen Industriesektors (außerhalb des Rohstoffsektors) geleistet.

Weitere Informationen erhalten Sie über roland.strohmeyer@sequa.de oder unter +49 (0) 228 - 98 238 - 38.