Sequa gGmbH

Mongolei - Einsatz und Verbreitung hydraulischer Widderpumpen in der Mongolei
 
PPP

Unternehmen
Weinmann – Sondermaschinen und Steuerungsbau GmbH, Hersbruck bei Nürnberg

Die Weinmann – Sondermaschinen und Steuerungsbau GmbH wurde 1983 in Hersbruck bei Nürnberg gegründet. Das kleine Unternehmen mit nur acht Mitarbeitern ist spezialisiert auf die technische Lösung von Umweltproblemen in industriellen Herstellungsverfahren wie z.B. Elektrolyseanlagen zur Rückgewinnung von Silber aus Fixierbändern großer Fotolabors erwirtschaftet. Insgesamt sind aus der ökologisch orientierten Entwicklungsarbeit bislang 6 Patente hervorgegangen. Das Unternehmen ist Träger des ENKON-Innovationspreises 1997 sowie des Georg Kurlbaum-Preises 1999. 1998 hat das Unternehmen die Reste einer ehemaligen Widderfertigung in Nürnberg erworben. Die Widdertechnologie wurde bereits im 18. Jahrhundert von Montgolfier erfunden und ist in Europa mangels Notwendigkeit wenig verbreitet. Einen großen Markt für die Widdertechnologie sieht das Unternehmen Weinmann jedoch in den Entwicklungsländern, insb. Flächenstaaten wie der Mongolei mit entlegenden Ortschaften.

Lokale Partner
Magnet Import Co. Ltd. in Ulanbator, GTZ-Projekt „Schutz und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen in der Mongolei“.

Für den Vertrieb von Widderpumpen in der Mongolei wird das mongolische Partnerunternehmen Magnet Import Co. Ltd. in Ulanbator zuständig sein. Geschäftsfelder von Magnet Import mit 60 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von ca. 1 Mio. Euro sind der Handel mit Baumaterial und die Ausführung von Bauvorhaben und Sanitärinstallationen. Neben den notwendigen technischen Kenntnissen im Bau- und Installationsbereich besitzt das mongolische Partnerunternehmen zudem zahlreiche Kontakte zu Gemeinde- und Aimakverwaltungen. Ein weiterer strategischer Partner, der die Verbreitung der Widdertechnologie in der Mongolei unterstützen wird, ist das GTZ-Projekt „Schutz und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen in der Mongolei“.

Projekt
Die Fa. Weinmann wird in der Mongolei die sog. „Widdertechnologie“ einführen. Mithilfe nahezu wartungsfreier hydraulischen Wasserhebewerken, den Widderpumpen, ist es möglich, Wasser ohne jegliche Fremdenergie durch die bloße Ausnutzung von Gefälle und Fließgeschwindigkeit über weite Strecken und Höhen zu pumpen und so Felder, Brunnen und Viehtränken in abgelegenen Gegenden ohne Stromversorgung mit Wasser zu versorgen. Im Rahmen der PPP-Maßnahme werden zwei Musteranlagen in abgelegenen Dörfern in der Mongolei installiert, Fachpersonal ausgebildet und durch gezielte Marketingaktivitäten bei Multiplikatoren und potentiellen Kunden die Technologie flächendeckend in der Mongolei bekannt gemacht.

Entwicklungspolitischer Nutzen
Die kostengünstige, ohne Fremdenergie betriebene und in jeder Größe und fast jedem Gelände einsetzbare Widdertechnologie stellt eine Lösung für die Bewässerungsprobleme in der Landwirtschaft sowie der mangelhaften Wasserversorgung von Mensch und Tier in den meist abgelegenen Dörfern der Mongolei dar. Die Bewässerung großer Flächen garantiert den in der Landwirtschaft tätigen Mongolen ein geregeltes und höheres Einkommen durch den Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf dem heimischen sowie Exporte auf die internationalen Märkte (insb. tierische Produkte). Durch die Erschließung brachliegender und neuer, zusätzlicher Ackerbauflächen kann die Produktion landwirtschaftlicher Produkte gesteigert werden, was neue Arbeitsplätze und Einkommen auf dem Land schafft und sich unmittelbar positiv auf die Gesamtwirtschaft auswirkt. Zudem kann so der zunehmenden Landflucht und der damit verbundenen sozialen Problemen in den Städten entgegengewirkt werden. Zusätzlich wirkt sich der Einsatz der ohne Fremdenergie auskommenden Widderpumpen positiv auf die Umwelt aus, indem durch die Bewirtschaftung von Land weitere Erosionen verhindert werden.

Geber
BMZ

Laufzeit
2005-2006