Brasilien - Einführung eines Insitu-Kompostierungsverfahrens in Nordostbrasilien
PPP
Unternehmen
SNB Technologies GmbH, Grünwald bei München
Die Firma SNB Technologies GmbH befasst sich mit der Entwicklung und dem Transfer innovativer Technologien sowie mit dem Anlagenbau. Im Rahmen der Entwicklung neuer Technologien hat das Unternehmen u.a. ein Insitu-Kompostierungsverfahren entwickelt, welches sich insbesondere für tropische Gebiete eignet, wo die Witterungs- und Platzverhältnisse für eine natürliche Kompostierung günstig sind. Bei der Insitu-Kompostierung ist lediglich eine Voraufbereitung des organischen Mülls erforderlich, der gesamte Rotteprozess verläuft im Ackerboden und somit ohne weiteren anlagetechnischen Aufwand. SNB Technologies möchte dieses Verfahren in Nordostbrasilien einführen und damit den Einstieg in die brasilianische Abfallwirtschaft schaffen.
Lokaler Partner
Kommune Campo do Brito, Sergipe
Die Kommune Campo do Brito im Bundesstaat Sergipe stellt eine Sortierstelle, Arbeitskräfte für die Sortierung des Hausmülls sowie ein Areal von 20 ha Land für die Insitu-Kompostierung zur Verfügung.
Projekt
Das Insitu-Kompostierungsverfahren zur Aufbereitung und Verwertung der organischen Bestandteile des Hausmülls stellt einen kostengünstige Ansatz zur Lösung des Abfallproblems in den brasilianischen Kommunen dar. SNB Technologies möchte das Verfahren daher in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Campo do Brito einführen. Zur Realisierung des Vorhabens sind die Einrichtung einer Pilotanlage in Campo do Brito sowie begleitende wissenschaftliche Versuche geplant. Sobald die Pilotanlage eingerichtet ist und anforderungsgemäß funktioniert, wird sie auch als Referenzanlage für die Verbreitung der Technologie in Brasilien genutzt. Dazu sollen Vertreter weiterer Kommunen als potentielle Auftraggeber eingeladen und Kontakte zu Multiplikatoren hergestellt werden.
Entwicklungspolitischer Nutzen
Das von SNB Technologies entwickelte Verfahren stellt einen ökologisch sinnvollen Beitrag zur Reduzierung des organischen Abfalls auf den Mülldeponien dar, der u.a. zur Grundwasserverunreinigung sowie zur Geruchsbelästigung führt. Insbesondere die Tatsache, dass das Verfahren keine teuren Anlagen oder qualifizierte Arbeitskräfte benötigt, macht die Einführung auch für kleine Gemeinden interessant.
Die wissenschaftliche Begleitung der Kompostierungsversuche stellt darüber hinaus sicher, dass die im Rahmen des PPP-Projektes gewonnenen Erfahrungen strukturell verankert und für anwendungsorientierte Forschungszwecke sowie für die Entwicklung von Zukunftstechnologien genutzt werden können
Durch die Einbindung der regionalen Behörden, Verbände sowie der Medien soll das öffentliche Bewusstsein für das Abfallproblem gestärkt sowie die Multiplikation der Technologie gefördert werden. Ergänzend stellt die Anbindung des Projektes an das Abfallbewirtschaftungskonzept, welches zur Zeit im Bundesstaat Sergipe erarbeitet wird, sicher, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine isolierte Einzellösung handelt, sondern dass es im Erfolgsfall in regionale Strategien integriert und multipliziert wird.
Geber
BMZ
Laufzeit
2004-2005

