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Neue Perspektiven durch berufliche Ausbildung: Qualifizierungsinitiative für Flüchtlinge in Deutschland660 HWK FrankfurtRheinMain

Laufzeit: 01.07.2015 – 31.12.2016


Im Sommer 2015 startete das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Initiative zur beruflichen Qualifizierung von Flüchtlingen aus Krisenländern. Ziel des Programms war es, jungen Menschen aus Krisenregionen, die sich nach Deutschland geflüchtet haben, eine reguläre Ausbildung in deutschen Unternehmen zu ermöglichen, welche sie nach einer möglichen Rückkehr in ihre Heimat für den wirtschaftlichen Wiederaufbau dort nutzen können. Gefördert werden sollten vor allem Ausbildungen in Bau- und Ausbauberufen, im gewerblich-technischen Bereich sowie, ab 2016 nach einer Ausweitung des Programms, auch kaufmännische Berufe. Die Programmkoordination und Abwicklung der Förderung lag bei sequa.

Bundesweit beteiligten sich als Projektträger zahlreiche Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Wirtschaftsverbände sowie deren Einrichtungen, sodass insgesamt 33 eigenständige Teilprojekte mit einer hohen regionalen Abdeckung umgesetzt werden konnten. Mit Hilfe der Projektträger war es möglich, geeignete Betriebe zu motivieren und zu identifizieren, die Ausbildungs­fähigkeit von Flüchtlingen zu beurteilen und zu fördern sowie deren duale Ausbildung fachlich und pädagogisch zu begleiten. Gleichzeitig konnten die beteiligten Organisationen ihre Kompetenzen in der Arbeit mit und der Qualifizierung von Flüchtlingen weiter ausbauen.

Von großer Bedeutung für den Erfolg der Maßnahme war zudem die zielgerichtete, gut abgestimmte und vertrauensvolle Kooperation mit Berufsschulen, Arbeitsagentur, Integrationsstellen und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Je nach sprachlichem und fachlichem Qualifikationsstand der Teilnehmer umfassten die Projektmaßnahmen z.B. Kompetenzanalyse, biografische Arbeit, Werkstatttage, interkulturelles Training oder Sprach- und ergänzenden Unterricht. Fast allen Projekten gemeinsam war die intensive sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmer durch einen sog. „Kümmerer“, der den Flüchtlingen individuell zur Seite stand.

Am beliebtesten waren bei den Teilnehmenden Ausbildungen zum KFZ-Mechatroniker, Elektroniker, Anlagenmechaniker, Maler und Lackierer sowie Metallbauer. Die Bandbreite der vermittelten Ausbildungsberufe war mit mehr als 80 verschiedenen Ausbildungsgängen hoch.

Ergebnisse: Insgesamt wurden durch das Programm 1929 Flüchtlinge aus mehr als 50 Herkunftsländern erreicht. Mehr als 70% der Teilnehmenden stammen dabei aus den Fokusländern des Programms Afghanistan, Syrien, Irak, Sudan, Eritrea und Somalia.

Zum Ende des Förderzeitraums der einzelnen Teilprojekte

  • haben 356 Flüchtlinge eine Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung begonnen und werden darin weiter begleitet,
  • setzen 84 weitere Flüchtlinge, die schon zu Maßnahmenbeginn in Ausbildung/Einstiegsqualifizierung waren, diese fort und werden darin weiter begleitet,
  • sammeln 84 Flüchtlinge durch ein betriebliches Praktikum Erfahrungen in der beruflichen Praxis,
  • qualifizieren sich 271 Flüchtlinge durch vorgeschaltete Maßnahmen mit dem Ziel einer zukünftigen beruflichen Ausbildung.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Herrn Dr. Ralf Meier, ralf.meier@sequa.de oder telefonisch unter +49 (0)228-98238-16.

sequaForum 2016 A01: Flüchtlinge in Ausbildung

News: BMZ-Qualifizierungsinitiative für Flüchtlinge: Ergiebiger Erfahrungsaustausch