TAMEB Teilprojekt: Berufsausbildung für syrische Flüchtlinge in der Türkei

Kein Land der Welt beheimatet derzeit mehr Flüchtlinge als die Türkei. Die geflüchteten Menschen wollen dauerhaft im Land bleiben und sich eine neue Existenz aufbauen. Das stellt den türkischen Staat und vor allem die aufnehmenden Gemeinden vor gewaltige Herausforderungen. In enger Partnerschaft mit der IHK Antakya (A.T.S.O.) fördert das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V.  in der Provinz Hatay (Türkei) die Integration von syrischen Flüchtlingen und benachteiligten türkischen Gruppen in den türkischen Arbeitsmarkt. Dies geschieht durch berufliche Qualifizierungsmaßnahmen in gastronomischen Berufen wie z. B. Koch oder Konditor.

Fakten

  • Story ID692
  • ProjekttitelDeutsch-türkische Partnerschaft zur beruflichen Qualifizierung
  • KundeBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Laufzeit 01.01.2016 – 31.07.2019
  • Projektbudget18.869.000,00 EUR
  • ProgrammTAMEB
  • Region Europa
  • LandTürkei
  • Internationale Partnersequa gGmbH
  • Lokale PartnerBildungspartner in den Provinzen Hatay, Mersin und Sanliurfa

Die Deutsch-türkische Partnerschaft für berufliche Qualifizierung/ Türk Alman Işbirliğinde Mesleki Beceri Geliştirme Projesi (TAMEB) ist ein von der sequa administriertes Vorhaben mit dem Ziel, die Bewältigung der Flüchtlingskrise in der Türkei durch berufliche Qualifizierungsmaßnahmen zu unterstützen. Die Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. (BiWe) stellt eines von derzeit elf Teilprojekten dar. In enger Partnerschaft mit der IHK Antakya (A.T.S.O.) fördert BiWe in der Provinz Hatay durch berufliche Qualifizierungsmaßnahmen in gastronomischen Berufen, wie z.B. Koch oder Konditor, die Integration von syrischen Flüchtlingen und benachteiligten türkischen Gruppen in den türkischen Arbeitsmarkt..

Ausgangssituation / Problemstellung

Kein Land der Welt beheimatet derzeit mehr Flüchtlinge als die Türkei. Laut des Hochkommissars der Vereinten Nationen, UNHCR, leben zurzeit mehr als 3,5 Millionen Flüchtlinge im Land. Knapp 90 Prozent davon sind Menschen, die vor dem Bürgerkrieg aus Syrien geflohen sind. Für die weitaus meisten dieser Menschen ist die Türkei nicht Transit-, sondern Zielland. Die Flüchtlinge wollen dauerhaft bleiben und sich eine neue Existenz aufbauen. Das stellt den türkischen Staat und vor allem die aufnehmenden Gemeinden vor gewaltige Herausforderungen.

In Zusammenarbeit mit sieben deutschen Kammern und Verbänden leistet sequa durch berufliche Qualifizierungsmaßnahmen einen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge in den türkischen Arbeitsmarkt und die türkische Gesellschaft. Derzeit werden in elf Teilprojekten Trainingsmaßnahmen durchgeführt.

Eines dieser Teilprojekte wird gemeinsam von BiWe und der IHK Antakya in der Provinz Hatay durchgeführt. Arbeitsteilig werden berufliche Qualifizierungsmaßnahmen in gastronomischen Berufen implementiert.

Projektziele

Übergeordnetes Ziel ist es syrischen Flüchtlingen und benachteiligten türkische Gruppen Kompetenzen für die Erzielung von Einkommen aus beruflichen und unternehmerischen Tätigkeiten zu vermitteln. Das Teilprojekt zwischen BiWe der IHK Antakya spezialisiert sich auf die Durchführung von beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen im Gastronomiesektor in der Region Hatay.

Allgemeine Struktur des Teilprojektes

Wie bei allen TAMEB-Teilprojekten wird auch hier ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt. D.h. die beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen werden durch Sprachkurse und Schulungen zur sozialen Integration in die türkische Gesellschaft flankiert.

Der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Ausbildung sowie für eine Integration sowohl in den Arbeitsmarkt als auch in die aufnehmende Gesellschaft sind hinreichende Sprachkenntnisse. Nach Auswahl der Teilnehmer werden diesen daher zunächst in einem dreimonatigen Sprachkurs die entsprechenden Türkischkenntnisse (A2) vermittelt. Parallel dazu beginnen Kurse zur sozialen Integration. Sind diese Kurse erfolgreich absolviert, beginnen die beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen.

In enger Abstimmung mit dem türkischen Partner wurde zuerst mit der Ausstattung eines Trainingscenters begonnen. Die Qualifizierung findet anhand modular konzipierter Kurse statt. Jede Klasse besteht aus nicht mehr als 20 Teilnehmern, so dass eine hohe Teilnehmerzahl bis zum Ende des Projekts erreicht werden kann. Diese folgen den Vorgaben des türkischen Ministeriums für Nationale Bildung (MoNE), so dass eine offizielle Anerkennung gewährleistet ist. Während der Ausbildung werden die Teilnehmer von Mentoren beraten, was einerseits zu geringen Drop-outs, andererseits zu hohen Vermittlungsraten in Unternehmen nach Abschluss des Trainings führt. Am Ende der betrieblichen Ausbildung nimmt das Unternehmen eine abschließende Bewertung der Person vor und entscheidet, ob sie eingestellt wird. Für diejenigen, die nicht eingestellt sind, ist es Aufgabe des Mentors, herauszufinden, ob sie woanders untergebracht werden können.

Bisherige Erfolge

Insgesamt haben von 80 Teilnehmern 75 Personen das Programm beendet. Derzeit befinden sich noch 40 weitere Personen in der gastronomischen Ausbildung oder im Praktikum. Weitere Kurse und Praktika sind geplant.

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