Berufliche Bildung

Kenia: Berufserkundung für benachteiligte Jugendliche

Für eine verbesserte praktische berufliche Bildung und damit erhöhte Beschäftigungsfähigkeit benachteiligter Jugendlicher im ländlichen Raum Kenias engagiert sich die Handwerkskammer Hannover und die Auma Obama Foundation Sauti Kuu.

Quelle: SKF

Berufsbildung, speziell im Handwerk, nimmt in Kenia derzeit noch keinen hohen Stellenwert ein und hat nach wie vor ein relativ geringes Ansehen. Ein Grund liegt darin, dass vor allem Jugendlichen in ländlichen Regionen oft die Möglichkeit fehlt, sich über die Vielfalt und beruflichen Chancen der Handwerksberufe zu informieren und daraufhin eine bewusste Ausbildungs- und Berufsentscheidungen zu treffen. Die Berufsbildungsein­richtungen konzentrieren sich in der Regel in größeren Städten und regionalen Zentren. Das erschwert besonders Jugendlichen aus dem ländlichen Raum den Zugang und die Teilnahme an dem bedarfsorientierten und umfassenden Angebot der Bildungsinstitutionen. Oft scheitert es auch daran, dass es den Jugendlichen und deren Familien an finanziellen Mitteln für die Gebühren, Unterkunft und Transport mangelt. Die Ansätze der kenianischen Regierung, die berufliche Bildung aufzuwerten und zu formalisieren, kommen zur richtigen Zeit, stecken aber auch noch in den Kinderschuhen.

Kenianische Unter­nehmen wünschen sich, dass die berufliche Ausbildung der Jugendlichen an den Bildungseinrichtungen praxisorientierter und besser an den unternehmerischen Bedarfen ausgerichtet wird. Auch sollte der Blick für die Entwicklung der Jugendlichen zusätzlich auf die Stärkung relevanter überfachlicher Fähigkeiten wie Selbstorganisation, Haltung zur Arbeit und ähnlichem gerichtet werden, die ein handwerklich-technischer Beruf erfordert.

Hier setzt die vorerst dreijährige Berufsbildungspartnerschaft an, die von Dr. Auma Obama von der Sauti Kuu Foundation initiiert wurde und gemeinsam mit der Handwerkskammer Hannover und mit Unterstützung der Fachhochschule des Mittelstands umgesetzt wird. Das Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über die sequa gGmbH gefördert. Ziel des Projektes ist es, kenianische Bildungs- und Wirtschaftseinrichtungen nachhaltig zu befähigen, bedarfsgerechte praktische Berufsorientierung sowie -qualifizierung zu entwickeln und in der ländlichen Region Kenias anzubieten. Zentral ist dabei insbesondere die Zusammenarbeit mit Unternehmen und der verfassten Wirtschaft wie der Kenyan Chamber of Commerce and Industries (KNCCI) Kisumu. So soll das bestehende Angebot der Berufsbildung für benachteiligte Jugendliche in Kisumu und Siaya County gestärkt werden.

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 Nawal Schmitz
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