Deutsch-iranisches Qualifizierungsvorhaben für afghanische Flüchtlinge im Iran

Seit 2018 engagiert sich sequa in einem Vorhaben zur beruflichen Qualifizierung afghanischer Geflüchteter im Iran. Gemeinsam mit der iranischen Flüchtlingsbehörde, iranischen Berufsschulzentren sowie vier lokalen Nichtregierungsorganisationen werden Aus- und Fortbildung in Gewerken wie Schneiderei, Bau, Kunsthandwerk oder KfZ-Mechanik sowie erste Qualifizierungsmöglichkeiten wie Englisch, IT- oder Alphabetisierungskurse angeboten. Zusätzlich werden unternehmerische Fähigkeiten gestärkt und psychologische Beratung angeboten. Das Vorhaben ist in den Regionen Teheran, Kerman, Khorasan Razavi, Yazd und Alborz aktiv.

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Ansprechpartner

Bahram Amintorabi

Teamleiter

 

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Lea Zeppenfeld

Projektmanagerin

 

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Öffentlicher Zuschuss

Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Projektzeitraum: 01.09.2018 bis 31.12.2022

Hintergrund

Bereits seit vielen Jahren halten sich geschätzte 3 Millionen afghanische Geflüchtete in Iran auf, meistenteils nur halblegal und außerhalb von Camps – eine Zahl, die gewiss weiter steigen wird. Indem durch das ARIVET-Vorhaben Geflüchtete in mehreren iranischen Provinzen eine Berufsausbildung erhalten, werden gleichzeitig die örtlichen Ausbildungskapazitäten und bedürftige einheimische Auszubildende mit gefördert – ein zentraler Punkt für die langfristige Akzeptanz der Maßnahme. Fliesenleger, Schweißer und Automechaniker, Schneiderinnen oder Kosmetikerinnen – an die zweitausend Menschen waren oder sind seit 2019 in Fachkurse eingebunden, die auch ihre unternehmerischen Fähigkeiten stärken sollen. Hinzu kommen Sprach- und Alphabetisierungskurse sowie psychologische Betreuungsangebote.

Aktuelle Projektergebnisse

Berufsbildungskurse vermitteln afghanischen Geflüchteten berufliche Qualifikationen.


Zusammen mit den iranischen Partner-NRO werden in ausgewählten Provinzen Präqualifizerungskurse (Alphabetisierung, Englisch, etc.) angeboten. Hier konnten bis Ende 2021 knapp 3.000 Menschen erreicht werden. Die Berufsbildungskurse waren stark durch die COVID19-Pandemie betroffen. Trotzdem konnten ca. 2.000 Menschen die angebotenen Kurse absolvieren.

Die organisatorische und technische Kapazität der iranischen Partnerorganisationen in Bezug auf die Berufsbildung ist verbessert.


Insgesamt wurden bislang 114 Lehrer der verschiedenen Berufsschulen in den Provinzen weitergebildet, z.B. für die Berufsbilder Schweißer, Kfz-Mechaniker oder Elektriker. Parallel wurden 41 Werkstätten renoviert und ausgestattet – sowohl bei TVTO als auch bei den NRO. Für über 300 Mitarbeiter bei TVTO und NRO wurden begleitende Schulungen angeboten z.B. in Businessplanung, Unternehmensgründung oder Englisch.

Unterstützende Maßnahmen verbessern die Marktanbindung afghanischer Flüchtlinge und relevanter iranischer Zielgruppen.


An Aktivitäten zu Arbeitsmarktorientierung haben bislang knapp 500 Personen teilgenommen. Zum einen werden Kurse zu unternehmerischen Fähigkeiten und Unternehmensgründungen angeboten, zum anderen gibt es Coaching-Angebote und psychologische Betreuung.

Zielgruppen

Ursprünglich sollten afghanische Geflüchtete qualifiziert werden, damit diese in ihrer Heimat beruflich wieder Fuß fassen können. Der Rückkehr-Gedanke ist durch die politische Situation in Afghanistan zwar vorerst obsolet geworden, jedoch ist eine Verbesserung der Lebensverhältnisse ohne fachliche Qualifikation auch im Iran oder jedem anderen späteren Zufluchtsland undenkbar. Die Integration auch von bedürftigen iranischen Auszubildenden hilft bei der Akzeptanz der Maßnahme und leistet einen Beitrag zur Stabilisierung der Region. Außerdem werden die beteiligten Institutionen gestärkt, ihre Rolle künftig besser ausfüllen zu können – Ausbildungsinhalte praxisnah und gemäß internationalem Standard anzubieten.

Partner

BAFIA

Politischer Träger im Iran ist das Bureau for Aliens and Foreign Immigrant Affairs (BAFIA), das für die generelle Koordination von Flüchtlingsangelegenheiten im Iran zuständig ist und damit alle Aktivitäten von ARIVET begleitet.

TVTO

Partner ist die iranische Technical and Vocational Training Organisation (TVTO), die iranische Stelle für alle Berufsschulen im Land. TVTO verfügt über ca. 600 Bildungszentren in ganz Iran und ist Hauptanbieter für berufliche Kurzzeitqualifizierungen.

Iranische NRO

Für den Zugang zu den afghanischen Gemeinschaften im Iran kooperiert sequa mit vier iranischen NRO, die bereits mit IranerInnen und afghanischen Geflüchteten in schwierigen sozi-alökonomischen Bedingungen arbeiten. Die iranischen NRO setzen Maßnahmen wie Alphabetisierungskurse, Soft-Skill-Trainings und Arbeitsmarktorientierung um.