TAMEB

Deutsch-türkische Partnerschaft zur beruflichen Qualifizierung

Seit dem 01.01.2016 realisiert sequa ein Vorhaben „Deutsch-türkische Partnerschaft zur beruflichen Qualifizierung (TAMEB)“, das die Türkei dabei unterstützt, die Folgen der Flüchtlingsproblematik abzumildern.

Regional hat sich TAMEB auf Istanbul, Ankara sowie die grenznahen Provinzen Mersin, Hatay und Kilis konzentriert. Im Kern ging es darum, syrischen Flüchtlingen eine berufliche Qualifizierung zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu ermöglichen.

Für die Umsetzung der Maßnahmen kooperierte sequa eng mit Einrichtungen der verfassten deutschen Wirtschaft, die über Kompetenz in der beruflichen Bildung ver­fügen. Jeder Partner organisierte in enger Zusammenarbeit mit türkischen Einrichtun­gen zielgerichtete Qualifizierungskurse an verschiedenen Standorten in insgesamt fünf verschiedenen Sektoren (Bau, Gastronomie, Kunsthandwerk, IT und Solarener­gie).

Diese beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen werden durch Sprachkurse und Schulungen zur sozialen Integration sowie Coaching für den Zugang zum Arbeitsmarkt flankiert.

Ansprechpartner

Dr. Vanesa Rodriguez Osuna (Bonn)

Projektmanagerin

 

E-Mail

 

Aynur Kuytu (Büro Ankara)

Leitung Management Team

 

E-Mail

Hintergrund

Der Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien im Jahr 2011 führte zu einem massiven Zustrom von syrischen Flüchtlingen in das Nachbarland Türkei. Rund 3,6 Millionen registrierte syrischen Flüchtlingen fanden und finden Aufnahme in der Türkei. Die geflüchteten Menschen leben im gesamten Land, besonders aber in den Provinzen nahe der syrischen Grenze. Die große Zahl und lange Präsenz der Zugewanderten sind eine große Herausforderung für den türkischen Staat und insbesondere die Gemeinden, in denen sie leben. Den Geflüchteten fehlt meist eine Perspektive, die es ihnen ermöglicht, ihre Zukunft und die ihrer Familien zu planen. Berufsqualifizierungsmaßnahmen können ihre beruflichen Chancen in der Türkei oder in ihren Heimatländern verbessern.

Öffentlicher Zuschuss

Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

1. Projektphase (01.01.2016 - 30.04.2019)

Projektbudget: 17,5 Millionen Euro

2. Projektphase (01.05.2019 - 31.08.2022)

Projektbudget: 13,5 Millionen Euro

 

 

Ziel und Ergebnisse

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung der ökonomischen und sozialen Perspektiven in von der syrischen Flüchtlingskrise betroffenen Gemeinden der Türkei. Das TAMEB Projekt möchte erreichen, dass Geflüchtete und aufnehmende Gemeinden von verbesserten soziokultu­rellen und beruflichen Kompetenzen profitieren für eine Erhöhung von Einkommen und Beschäf­tigung.

 

Ergebnisse aus der 1. Projektphase

  • Es wurden 4.112 Syrer/-innen sprachlich bis auf ein A2-Türkisch-Niveau gebracht.
  • In Kursen zur sozi­alen Integration wurden 1.439 Personen geschult.
  • 2.289 Personen wurden erfolgreich beruflich qualifiziert. Der Anteil der Syrer/-innen an den Trai­ningsmaßnahmen beträgt ca. 64%.
  • Die Teilnehmer werden nach nationalen Vorgaben geschult und zertifiziert.
  • Insgesamt haben 295 Frauen an kunsthandwerklichen Maßnahmen teilgenom­men und weitere 394 Frauen haben von damit verbundenen Trainings wie Leadership, Basic Entrepreneurial Skills, Messevorbereitung und Kommunikationsstrategien profitiert.
  • Insgesamt wurden 91 Trainer der türkischen Partner durch die deut­schen Projektpartner geschult.
  • Nach Absolvierung der beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen wurden mindestens 624 der Teilnehmer in den Arbeitsmarkt integriert, indem sie entweder ein Praktikum absolviert, eine Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit gefunden haben. Davon haben mindestens 550 der Teilnehmer eine formelle Beschäftigung gefunden.

Zielgruppe

Junge Flüchtlinge

Türkische benachteiligte Personen

Um einen besonderen Nutzen für die Aufnahmegemeinden bzw. die türkische Bevölkerung zu schaffen und um eine bessere Integration der Syrer in der Gesellschaft zu erreichen, steht das Vorhaben sowohl Türken als auch Syrern offen. Ziel ist, dass syrische Flüchtlinge und benachteiligte türkische Gruppen sich Kompetenzen aneignen, die ihnen dazu verhelfen, eigenes Einkommen aus beruflichen und unternehmerischen Tätigkeiten zu erwerben.

Partner

Bei der Umsetzung der Maßnahmen kooperiert sequa eng mit Einrichtungen der verfassten deutschen Wirtschaft. Jeder Partner ermöglicht in direkter Zusammenarbeit mit verschiedenen türkischen Einrichtungen berufliche Qualifizierungsmaßnahmen für die Zielgruppen. Die Maßnahmen folgen den Vorgaben des türkischen Ministeriums für Nationale Bildung (MoNE) und der National Vocational Qualification Institution (MYK), sodass eine offizielle Anerkennung gewährleistet ist.

 

Strategischer Partner

  • AFAD (türkische Katastrophen- und Notfallmanagementbehörde)

Deutsche Partner

  • Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW
  • Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e V.
  • Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e.V.
  • Bundesverband Berufsbildung International e.V.
  • Global Project Partners e. V.

Lokale Partner

  • Anadolou Kültür, Sanat, Kalkinma ve Yardimlasma Dernegi
  • Antakya Chamber of Commerce and Industry
  • Bilkent University
  • Foundation for the Support of Women's Work (KEDV)
  • Harmoni Kadin Cooperative
  • Ilk Adim Cooperative
  • Istanbul Chamber of Artists and Artisans in Woodworking Carving, Plastering, Painting and Construction
  • Kilis Municipality
  • Kilis Chamber of Commerce and Industry

 

  • LUNA Education
  • Marmara University
  • Mersin Chamber of Commerce and Industry
  • Mersin-Tarsus Organized Industry Zone Users Association (MORKSUD)
  • Mülteciler Association at Sultanbeyli Municipality
  • Small Projects Istanbul
  • STDL Global Association
  • Syrian Friendship Association (SFA)
  • Foreign Language Research and Application Centre (TÖMER)

Projektmaßnahmen

Hatay - Berufliche Qualifizierung in der Gastronomie

Ankara - Qualifizierung im Bausektor

Kilis - Qualifizierung in Kunsthandwerk und Textilien

Istanbul - Berufliche Qualifizierung Schweißen

Kilis - Entrepreneurship Training