TAMEB

Deutsch-türkische Partnerschaft zur beruflichen Qualifizierung

Seit Januar 2016 realisiert sequa ein Vorhaben „Deutsch-türkische Partnerschaft zur beruflichen Qualifizierung (TAMEB)“, das die Türkei dabei unterstützt, die Folgen der Flüchtlingsproblematik abzumildern.

Regional hat sich TAMEB in der 1. Phase auf Istanbul, Ankara sowie die grenznahen Provinzen Mersin, Hatay und Kilis konzentriert. In der 2. Phase werden die Aktivitäten in Ankara, Istanbul und Izmir durchgeführt.

Im Kern geht es darum, Geflüchteten und benachteiligten türkischen Gruppen eine berufliche Qualifizierung zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu ermöglichen.

Für die Umsetzung der Maßnahmen kooperiert sequa eng mit Einrichtungen der verfassten deutschen Wirtschaft, die über Kompetenz in der beruflichen Bildung ver­fügen. Jeder Partner organisiert in enger Zusammenarbeit mit türkischen Einrichtun­gen zielgerichtete Qualifizierungskurse in verschiedenen Sektoren (1. Projektphase: Bau, Gastronomie, Kunsthandwerk/Textilien, IT. 2. Projektphase: Bau, Gastronomie, Textilien, Gebäudereinigung).

Diese beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen werden durch Sprachkurse und Schulungen zur sozialen Integration sowie Coaching für den Zugang zum Arbeitsmarkt flankiert.

Ansprechpartner

Nicolas Klein (Bonn)

Projektmanager

 

E-Mail

 

Aynur Kuytu (Büro Ankara)

Leiterin TAMEB + Liasion Office Ankara

 

E-Mail

Hintergrund

Der Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien im Jahr 2011 führte zu einem massiven Zustrom von syrischen Flüchtlingen in das Nachbarland Türkei. Rund 3,6 Millionen registrierte syrischen Flüchtlingen fanden und finden Aufnahme in der Türkei. Die geflüchteten Menschen leben im gesamten Land, besonders aber in den Provinzen nahe der syrischen Grenze. Die große Zahl und lange Präsenz der Zugewanderten sind eine große Herausforderung für den türkischen Staat und insbesondere die Gemeinden, in denen sie leben. Den Geflüchteten fehlt meist eine Perspektive, die es ihnen ermöglicht, ihre Zukunft und die ihrer Familien zu planen. Berufsqualifizierungsmaßnahmen können ihre beruflichen Chancen in der Türkei oder in ihren Heimatländern verbessern.

Öffentlicher Zuschuss

Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

1. Projektphase (01.01.2016 - 30.04.2019)

Projektbudget: 16,8 Millionen Euro

2. Projektphase (01.05.2019 - 31.08.2022)

Projektbudget: 13,6 Millionen Euro

 

 

Ziel und Ergebnisse

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung der ökonomischen und sozialen Perspektiven in von der syrischen Flüchtlingskrise betroffenen Gemeinden der Türkei. Das TAMEB Projektziel lautet: Geflüchtete und aufnehmende Gemeinden profitieren von verbesserten sozio-kulturellen und beruflichen Kompetenzen für eine Erhöhung von Einkommen und Beschäftigung.

 

Ergebnisse aus der 1. Projektphase

  • Es wurden 4.112 Syrer/-innen sprachlich bis auf ein A2-Türkisch-Niveau gebracht.
  • In Kursen zur sozialen Integration wurden 1.439 Personen geschult.
  • Die Teilnehmer werden nach nationalen Vorgaben geschult und zertifiziert.
  • 2.289 Personen wurden erfolgreich in den Sektoren Bau, Gastronomie, Kunsthandwerk, Textilien und IT beruflich qualifiziert. Der Anteil der Syrer/-innen an den Trai­ningsmaßnahmen beträgt ca. 61%.
  • Insgesamt haben 1.121 Frauen durch Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung profitiert.
  • Insgesamt haben 237 Frauen an kunsthandwerklichen Maßnahmen teilgenommen und weitere 394 Frauen haben von damit verbundenen Trainings wie Leadership, Basic Entrepreneurial Skills, Messevorbereitung und Kommunikationsstrategien profitiert.
  • Insgesamt wurden 87 Trainer der türkischen Partner durch die deutschen Projektpartner geschult. Außerdem wurden 13 Job Coaches ausgebildet.
  • Nach Absolvierung der beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen wurden mindestens 624 der Teilnehmer in den Arbeitsmarkt integriert, indem sie entweder ein Praktikum absolviert, eine Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit gefunden haben.

Anvisierte Ergebnisse der 2. Projektphase

  • In mindestens drei von den Fluchtbewegungen besonders betroffenen Gemeinden der Türkei sind Angebote für eine soziale und berufliche Integration von Geflüchteten aufgebaut bzw. verbessert.
  • Die von TAMEB unterstützten Sprach-, Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen erreichen mind. 2.000 Menschen, davon mind. 40% Frauen.
  • Mind. 35% der an Qualifizierungsmaßnahmen Teilnehmenden haben im Anschluss ein berufliches Praktikum absolviert, eine Beschäftigung aufgenommen haben oder beziehen Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit.

Zielgruppe

Junge Flüchtlinge und türkische benachteiligte Personen

Um einen besonderen Nutzen für die Aufnahmegemeinden bzw. die türkische Bevölkerung zu schaffen und um eine bessere Integration der Syrer in der Gesellschaft zu erreichen, steht das Vorhaben sowohl Türken als auch Geflüchteten offen.

Partner der 2. Phase

Bei der Umsetzung der Maßnahmen kooperiert sequa eng mit Einrichtungen der verfassten deutschen Wirtschaft. Jeder Partner ermöglicht in direkter Zusammenarbeit mit verschiedenen türkischen Einrichtungen berufliche Qualifizierungsmaßnahmen für die Zielgruppen. Die Maßnahmen folgen den Vorgaben des türkischen Ministeriums für Nationale Bildung (MoNE) und der National Vocational Qualification Institution (MYK), sodass eine offizielle Anerkennung gewährleistet ist.

 

Deutsche Partner

  • Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW gGmbH
  • Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V.
  • Global Project Partners e.V.

Lokale Partner

  • Bilkent University
  • Foreign Language Research and Application Centre (TÖMER)
  • Izmir Metropolitan Municipality
  • LUNA Education
  • STL Global Association
  • Vocational Schools of Higher Education at Ankara University

Projektmaßnahmen

Hatay - Berufliche Qualifizierung in der Gastronomie

Ankara - Qualifizierung im Bausektor

Kilis - Qualifizierung in Kunsthandwerk und Textilien

Istanbul - Berufliche Qualifizierung Schweißen

Kilis - Entrepreneurship Training