02.03.2026 00:00

ARCHIPELAGO: afrikanisch-europäische Berufsbildungs-Initiative

ARCHIPELAGO wurde von Dezember 2018 bis Dezember 2023 umgesetzt und war ein umfassendes Programm zur wirtschaftlichen Entwicklung, das sich mit der Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen und gefährdeten Gruppen befasst, indem es ihre beruflichen Fähigkeiten verbessert und die Beschäftigungsmöglichkeiten verbesserte. Insbesondere hat ARCHIPELAGO die lokalen Beschäftigungsmöglichkeiten und die Beschäftigungsfähigkeit verbessert, indem es lokale Ausbildungs- und Berufsressourcen entwickelt hat, die an die Bedürfnisse des Privatsektors angepasst waren. Der Hauptansatz der Maßnahme bestand in der Durchführung gezielter Partnerschaftsprojekte zwischen europäischen und afrikanischen Unternehmensmitgliedsorganisationen (BMOs) und anderen Unternehmensförderorganisationen mit dem Ziel, arbeitsmarktrelevante technische Berufsbildung (TVET) anzubieten.

Fakten

Story ID796
ProjekttitelARCHIPELAGO: eine afrikanisch-europäische Berufsbildungsinitiative
KundeEC Europäische Kommission
Laufzeit 09.12.2018 – 08.12.2023
Projektbudget15.000.000,00 EUR
ProgrammCG EC-Grants
Region Subsahara-Afrika
LandBurkina Faso
Elfenbeinküste
Gambia
Ghana
Guinea
Kamerun
Mali
Mauretanien
Niger
Nigeria
Senegal
Tschad
Internationale PartnerConférence Permanente des Chambres Consulaires Africaines et Francophones (CPCCAF)
Eurochambres

Ausgangslage 

Im Rahmen des EU Emergency Trust Fund for Africa (EUTF) konzentrierte sich die Europäische Kommission u. a. auf Wirtschaftsförderungsprogramme, die

  • berufliche Qualifikationslücken schließen
  • die Beschäftigungsfähigkeit durch Berufsbildung verbessern
  • die Schaffung von Arbeitsplätzen und Möglichkeiten der Selbständigkeit unterstützen, wobei der Schwerpunkt auf der Stärkung von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU) liegt.

ARCHIPELAGO war ein Regionalvorhaben des EUTF für die Sahel- und Tschadseeregion. Es wurde von sequa gemeinsam mit EUROCHAMBRES, dem Verband der europäischen Industrie- und Handelskammern, und CPCCAF, dem Verband der frankophonen Kammern in Afrika und Europa, entwickelt.

Projektziel

Übergeordnetes Ziel war, die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitskräfte bestehender und zukünftiger KKMU zu fördern und die unternehmerischen Fähigkeiten der Führungskräfte zu fördern.

Spezifische Ziele waren die Verbesserung der lokalen Beschäftigungsmöglichkeiten und der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen sowie die Entwicklung lokaler Bildungs- und Berufsbildungsressourcen, die an die Bedürfnisse des Privatsektors angepasst sind.

Vorgehensweise

Das Programm hat zwei Ausschreibungen (Calls for Proposals) organisiert, um relevante Partnerschaftsprojekte, die einen Beitrag zum Programmziel leisten, auszuwählen, zu unterstützen und zu finanzieren. Jedes Partnerschaftsprojekt hat eine Laufzeit zwischen 20 und 32 Monaten und verfügt über ein Budget von 400.000 EUR bis 600.000 EUR. Insgesamt wurden 20 Vorhaben ausgewählt und Verträge für Projekte in den folgenden Ländern unterzeichnet: Burkina Faso (2 Projekte), Elfenbeinküste (2), Ghana (2), Kamerun (4), Mali (1), Mauretanien (2), Niger (1), Senegal (4) und Tschad (2).

Die 20 geförderten Projekte werden von internationalen Konsortien durchgeführt, die insgesamt 45 Partner aus Afrika und 40 Partner aus Europa umfassen und sich auf die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten in einem breiten Spektrum von Wirtschaftssektoren, darunter Landwirtschaft, Agroindustrie, Hotelfach, Bauwesen, Elektrizitätswirtschaft, Solarenergie, Textilien, Hafenwirtschaft und Handwerk konzentrieren.

Die direkte Zielgruppe der Projekte sind Jugendliche und gefährdete Gruppen mit geringer Beschäftigungsfähigkeit oder Arbeitslose unter besonderer Berücksichtigung von Frauen und rückkehrenden Migranten (Endbegünstigte). Weitere Zielgruppen sind formelle und informelle (im Prozess der Formalisierung) KKMU sowie Kammern und Verbände, Ausbildungszentren, Unternehmen, die duale Ausbildungsmodule organisieren sowie Organisationen, die sich der sozio-professionellen Integration von Rückkehrern widmen.

Institutionelle Partnerschaft

Der Ansatz von ARCHIPELAGO ist der einer institutionellen Partnerschaft: Europäische Kammern und Verbände verbinden sich mit afrikanischen Kammern, Verbänden und Bildungseinrichtungen, um ausgerichtet an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes und in enger Kooperation mit der Privatwirtschaft wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten an jugendliche Nachwuchskräfte zu vermitteln. Diese Vermittlung soll sowohl in Berufsbildungszentren als auch am Arbeitsplatz stattfinden. Beschäftigungsförderung durch bedarfsorientierte Weiterbildung ist ein wichtiger Beitrag zur sozioökonomischen Stabilisierung in den Ländern.

Wirkungen und Ergebnisse

Das Projekt war insgesamt sehr erfolgreich und kann beeindruckende Zahlen vorweisen:

  • 7.130 junge Menschen wurden ausgebildet, darunter 40% Frauen
  • 3.000 Menschen wurden in Unternehmertum geschult
  • Das Projekt hatte 46.000 indirekte Begünstigte und 11.500 direkte Begünstigte
  • 1.800 Unternehmensleitungen wurden für TVET sensibilisiert
  • Es wurden neue TVETProgramme entwickelt oder angepasst und verbessert
  • Es wurden 60 neue relevante Dienstleistungen von Business Support Organisations (BSOs) entwickelt und bereitgestellt
  • 800 KKMU waren an der Identifizierung von Qualifikationslücken beteiligt
  • 30 Ausbildungsträger und 20 BSOs wurden mobilisiert, geschult und gestärkt, um bessere TVETDienstleistungen bereitzustellen

Kontakt

Dr. Christiane Beck-Brörken

+49 (0) 228 98238-46
E-Mail