Die Programme KVP & BBP

Kammer- und Verbandspartnerschaften (KVP) und Berufsbildungspartnerschaften (BBP) sind Förderprogramme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel ist die Bekämpfung von Armut durch Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung in den Partnerländern.
Das BMZ will mit diesen Programmen

  • die Erfahrung und das Know-how der verfassten deutschen Wirtschaft für die Entwicklungszusammenarbeit mobilisieren,
  • eine direkte Kooperation von nichtstaatlichen Trägern ermöglichen und
  • Initiativen aus dem Privatsektor aufgreifen.

In beiden Programmen agieren deutsche Kammern und Verbände als Projektträger und führen selbständig Vorhaben durch. Dabei arbeiten sie eng mit ihren lokalen Partnern zusammen, Projektziele und -maßnahmen werden gemeinsam geplant und umgesetzt. Zum Einsatz kommen Mitarbeiter des deutschen Partners ebenso wie andere deutsche und internationale Fachkräfte.

sequa ist für die Koordinierung und Verwaltung der Programme verantwortlich. Die Beantragung, Planung, Berichterstattung und finanzielle Abwicklung von KVP- und BBP-Projekten erfolgt über sequa.

Ansprechpartnerin

Susanne Sattlegger

Koordinatorin BMZ KVP & BBP

E-Mail

KVP-Projekte

In KVP-Projekten kooperieren deutsche Kammern und Verbände mit Kammern und Verbänden in Partnerländern. Sie bringen ihre Kompetenzen und ihr Know-how ein, um die Entwicklung des Privatsektors zu unterstützen. Ziel ist die institutionelle Stärkung der lokalen Einrichtungen, sowohl als Anbieter unternehmensbezogener Dienstleistungen als auch als Interessenvertreter kleiner und mittlerer Unternehmen.

Schwerpunkte der Projektzusammenarbeit sind:

  • Verbesserung von internen Strukturen und Management beim Projektpartner
  • Aufbau neuer Dienstleistungsangebote für Unternehmen
  • Unterstützung der Interessenvertretung für bessere Rahmenbedingungen

sequa führt das KVP-Programm seit 1991 durch. Seitdem wurden mehr als 300 KVP-Projekte in über 80 Entwicklungs-, Schwellen und Transformationsländern durchgeführt. Rund 70 deutsche Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Fachverbände und Arbeitgebereinrichtungen haben sich als Projektträger engagiert. Mehr als 400 Kammern und Verbände in den Partnerländern wurden direkt erreicht. Die KVP werden vom BMZ im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft finanziert.

BBP-Projekte

Ziel von BBP-Projekten ist es, Partnerländer im Sinne einer stärkeren Beteiligung der lokalen Wirtschaft und höherer Praxisorientierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu unterstützen. BBP-Projekte nutzen das Berufsbildungs-Know-how der deutschen Kammern und Verbände sowie deren Berufsbildungseinrichtungen. Diese engagieren sich in den von ihnen durchgeführten BBP-Projekten und unterstützen ausgewählte Partnerorganisationen, z.B. Berufsschulen, Kammern, Verbände, für eine bedarfsorientierte Berufsbildung.

Typische Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind:

  • Organisations- und Managementberatung
  • Beratung für Auf- und Ausbau von kooperativen Ausbildungsformen
  • Förderung des Dialogs zwischen staatlichen Bildungseinrichtungen und Unternehmen
  • Weiterbildung von Berufsschullehrern und betrieblichen Ausbildern
  • Einführung von praxisorientierten Modellausbildungsgängen
  • Unterstützung für Bedarfsanalysen, Curricula, Lehr- und Prüfungsmaterialien etc.

Das Programm der Berufsbildungspartnerschaften wurde 2010 von sequa gemeinsam mit dem BMZ entwickelt. Seitdem haben sich mehr als 40 deutsche Partner in mehr als 60 BBP-Projekten engagiert.

Ablauf und Durchführung

Deutsche Kammern und Verbände sowie deren Einrichtungen in Deutschland können KVP- und BBP-Projekte vorschlagen. In der Regel verfügen sie bereits über Kontakte in das Partnerland und haben gemeinsam mit lokalen Partnern eine Projektidee entwickelt. Sie erstellen eine Projektskizze und senden diese an sequa. 

Aus der Gesamtheit aller vorliegenden Skizzen entscheidet das BMZ regelmäßig, welche Vorschläge für Prüfung und Weiterentwicklung ausgewählt werden. Ist dieses der Fall, so organisiert sequa unter Beteiligung des deutschen Partners sowie eines externen Gutachters eine Prüfmission in das Partnerland. Die Prüfung dient der umfassenden Begutachtung und Planung des Projektes und gibt Empfehlungen für das Projektdesign (Partnerkonstellation, Wirkungen, Zielhierarchie, Aktivitäten, Indikatoren etc.).

Wird ein Projekt empfohlen, so stellt sequa einen Förderantrag an das BMZ. Nach Bewilligung erhält der deutsche Projektpartner Finanzierung für die Durchführung des Projektes entsprechend der im Antrag genannten Ziele und Maßnahmen. Die Laufzeit des Projektes beträgt in der Regel drei Jahre. Nach erfolgreicher Durchführung einer Projektfortschrittskontrolle am Ende der ersten Projektphase ist die Beantragung einer weiteren Phase von drei Jahren möglich.

KVP & BBP Projektzyklus

Für die Projektdurchführung übernimmt der deutsche Projektpartner die fachliche Steuerung und setzt hierfür ebenso wie für Koordination, Beratung und Training vor Ort eigenes, aber auch externes Personal für Lang- und Kurzzeiteinsätze ein. Neben Beratung und Training können auch Sachmittelunterstützung, Studien- und Delegationsreisen und Öffentlichkeitsarbeit Bestandteil der Projektzusammenarbeit sein. Je nach Projekttyp und -bedarf stellt das BMZ Fördermittel in Höhe von 700.000 EUR bis 1 Mio. Euro für ein dreijähriges KVP oder BBP-Projekt bereit.