Die brasilianische Gewerkschaftslandschaft ist gut entwickelt und hat in der Vergangenheit erfolgreich Arbeiterrechte verteidigt. Allerdings gefährden die 2017 abgeschaffte Pflichtgewerkschaftsabgabe sowie sinkende Mitgliederzahlen zunehmend die finanzielle Stabilität der Verbände.
Das Projekt zielt darauf ab, exemplarisch innerhalb der Lieferkette der drei deutschen Chemie-Unternehmen in Brasilien gute Gewerkschaftsstrukturen zwischen Deutschland und der Region Sao Paulo aufzubauen, die den Beschäftigten vor Ort mehr Sicherheit bieten und die Arbeitsbedingungen verbessern.
Der Fokus liegt auf der Förderung von Menschenrechten und sozialem Dialog. Die brasilianischen Chemiegewerkschaften CNQ-CUT und FEQUIMFAR werden in Fragen der Sorgfaltspflichten in Lieferketten sowie weiteren menschenrechtlichen Themen qualifiziert, um Arbeitnehmerrechte effektiv und sachkundig vertreten zu können.
Zudem soll ein strukturierter Dialogprozess zwischen Betriebsgewerkschaften und Unternehmensvertretern eingeführt werden, der soziale Missstände frühzeitig identifiziert und systematisch behebt. Dazu gehören verbindliche Vereinbarungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie präventive Mechanismen gegen Menschenrechtsverletzungen.
Durch diese Maßnahmen wird die Handlungskompetenz beider Gewerkschaftsverbände gestärkt, sodass sie arbeitsrechtliche Verbesserungen in der Chemiebranche São Paulos künftig systematisch durchsetzen können.
Durchgeführt wird die GP im Rahmen von Partners in Transformation, gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

