Südafrika steht vor großen beschäftigungspolitischen Herausforderungen: Trotz seiner Rolle als wichtigster Industriestandort Afrikas ist die Jugendarbeitslosigkeit extrem hoch. Gleichzeitig befindet sich der Automobilsektor in einem tiefgreifenden technologischen Wandel hin zu Elektro- und Hybridfahrzeugen. Ein zentrales Hemmnis für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften, insbesondere im Bereich Hochvolt- und E-Mobilitätstechnologien.
Hier setzt die neue Berufsbildungspartnerschaft zwischen der Handwerkskammer Erfurt und ausgewählten TVET Colleges in Südafrika an. Aufbauend auf den positiven Erfahrungen früherer Kooperationsprojekte zielt das Vorhaben darauf ab, Lehrkräfte zu qualifizieren, ein national anerkanntes Curriculum für eine Zusatzqualifikation im Bereich E-Mobilität zu entwickeln und die beteiligten Colleges bei Akkreditierung und Ausstattung zu unterstützen.
Ein zentraler Umsetzungspartner ist die Retail Motor Industry Organisation (RMI), mit der die Handwerkskammer Erfurt bereits erfolgreich in einer früheren Berufsbildungspartnerschaft zusammengearbeitet hat. Als Dachverband der südafrikanischen Automobilwirtschaft bringt der RMI seine enge Anbindung an Autohäuser und Werkstätten ein, unterstützt die praxisnahe Ausgestaltung der Zusatzqualifikation und fördert die Bereitstellung betrieblicher Lernorte für Auszubildende und Graduierte.
Darüber hinaus verfolgt das Projekt einen gendersensiblen Ansatz, um gezielt mehr Frauen für technische Berufe im Kfz-Bereich zu gewinnen. Mit der Berufsbildungspartnerschaft wird so ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des südafrikanischen Berufsbildungssystems, zur Fachkräftesicherung im Zukunftsfeld E-Mobilität und zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung in Südafrika geleistet.
