Berufsbildung

Guatemala: Neue Impulse für die duale Berufsbildung in der Holz- und Möbelbranche

Praxisnah lernen, Fachkräfte qualifizieren und Unternehmen stärken: Im EU-finanzierten Projekt „Empleabilidad, Emprendimiento y Empresarialidad“ unterstützt sequa als Konsortialpartner von AGEXPORT die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung im guatemaltekischen Holz- und Möbelsektor. Im Mittelpunkt stehen neue Schulungsmaterialien, die Qualifizierung betrieblicher Ausbilder und der Wissenstransfer aus dem deutschen dualen Berufsbildungssystem.

Quelle: COFAMA

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Die Holz- und Möbelbranche spielt eine wichtige Rolle für die guatemaltekische Exportwirtschaft. Gleichzeitig stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte für zunehmend technisierte Produktionsprozesse zu gewinnen. Gemeinsam mit den lokalen Partnern wurden daher Ansätze entwickelt, um die berufliche Ausbildung praxisorientierter zu gestalten und enger mit den Anforderungen der Wirtschaft zu verknüpfen.

Ein konkretes Ergebnis ist ein zweisprachiges Arbeitsbuch für die Tischlerei, das Themen wie Holztechnologie, Design, Maschineneinsatz, Arbeitssicherheit und betriebliche Organisation behandelt. Ergänzend wurden sieben Sicherheitsplakate für den Umgang mit Maschinen und Werkzeugen auf Spanisch übersetzt. Die Materialien sollen dazu beitragen, technisches Wissen systematisch zu vermitteln und einheitliche Sicherheitsstandards in Ausbildungsbetrieben und Werkstätten zu fördern.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Qualifizierung betrieblicher Ausbilder. Dafür wurde ein Programm entwickelt, das moderne Methoden der Erwachsenenbildung, die Bewertung beruflicher Kompetenzen und die Planung von Lernprozessen miteinander verbindet. Die methodischen Grundlagen und Schulungsmaterialien sind vorbereitet; die Durchführung ist für das vierte Quartal 2026 in Zusammenarbeit mit dem guatemaltekischen Berufsbildungsinstitut INTECAP vorgesehen.

Wie duale Berufsbildung in der Praxis funktioniert, konnten Vertreterinnen und Vertreter guatemaltekischer Unternehmen und Bildungseinrichtungen im September 2026 bei einer Studienreise nach Deutschland erleben.

Besuche bei Unternehmen, Berufsbildungszentren und weiteren Einrichtungen der Holz- und Möbelbranche ermöglichten Einblicke in unterschiedliche Ausbildungsmodelle – von der handwerklichen Holzverarbeitung bis zur industriellen Fertigung. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Zusammenarbeit von Unternehmen und Bildungseinrichtungen sowie die Rolle betrieblicher und überbetrieblicher Ausbildung bei der Entwicklung beruflicher Kompetenzen.

Die bisherigen Ergebnisse schaffen eine Grundlage, um die berufliche Bildung im guatemaltekischen Holz- und Möbelsektor langfristig zu stärken sowie eine bessere Wettbewerbs- und Anschlussfähigkeit in lokalen und internationalen Märkten zu gewährleisten. Entscheidend wird nun sein, die Materialien breit einzusetzen, Ausbilder systematisch zu qualifizieren und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen weiter auszubauen. So soll die Ausbildung stärker auf den tatsächlichen Fachkräftebedarf ausgerichtet und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche nachhaltig unterstützt werden.